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Hauptburgenname Hausegg
ID 1982
weitere Burgennamen Hochegg
Objekt Burgruine
KG Mannersdorf
OG/MG/SG Raxendorf
VB Melk
BMN34 rechts 672796
BMN34 hoch 354089
UTM 33N rechts 521597.55
UTM 33N hoch 5351954.19
Link auf NÖ-Atlas Lage auf Karte im NÖ-Atlas ...
Zufahrt Von der Weitentalstraße nach Neusiedl am Feldstein fahren und hier den knapp westl. aufragenden Bergrücken ersteigen.
Geschichte Über die Burg liegen keine urk. Nachrichten vor, zu in der bisherigen Literatur postulierten historischen Bezügen zu Feistritz s. d. Mglw. ist hier jedoch der Sitz der Hrn. v. Ottenberg (s. d.) zu lokalisieren.
Text T.K., A.H.Z.
Lage/Baubeschreibung Die bislang namenlose Burganlage liegt 2,3 km südsüdöstl. von Raxendorf bzw. 1,5 km ostsüdöstl. von Mannersdorf. 900 m nordöstl. der Anlage weist die ÖK 50/Blatt 36 den Gipfel des Hauseck (Kote 822) aus. Von diesem zieht oberhalb des Weilers Neusiedl am Feldstein ein schmaler, abfallender Kamm gegen SW, wo sich am äußersten Ende die Burgstelle befindet. Das räumlich äußerst begrenzte Burgplateau ist durch einen gegen NO-gerichteten, aus dem Felsen geschrämten Halsgraben abgeriegelt. Von diesem geht eine im SO noch erkennbare Terrassenstufe aus, die auf ehem. weitere Annäherungshindernisse schließen lässt. Die nördl. und östl. Böschungen des Plateaus und der Graben sind von losem Steinmaterial übersät. Das etwa 3-eck. Burgplateau, das im SW und W von klippenartigen Felsformationen begrenzt wird, bietet Platz für eine max. 23 m lange und 17 m breite Bebauung. Trotz der geringen Ausdehnung und der offensichtlich frühzeitigen Aufgabe lassen die tlw. in Auflösung befindlichen Mauerzüge m. V. 3 Bauphasen erkennen. Der 1. Phase könnte die polygonal verlaufende Ringmauer angehören, deren grabenseitiger Abschnitt eine Stärke von 1,90 m aufweist. Der 2. Bauphase ist offensichtlich ein rechteckiges Gebäude an der SO-Seite zuzuweisen, das bei einer inneren Lichte von ca. 4 m zumindest eine (sekundäre?) Quermauer zeigt und Teile des älteren Berings ersetzt. In Verlängerung dieses Gebäudes entstand verm. in einer 3. Phase ein grabenseitig vor den älteren Bering gestelltes, ca. 9 x 6 m großes Gebäude, das mglw. als Turm anzusprechen ist. Schwammenhöfer weist noch auf die nordöstl. des Grabens situierte, ebene Terrasse die er als ehem. Wirtschaftsareal vermutet. Weiter bergwärts folgt eine wallartige Felsformation. Das aus plattigen Bruchsteinen bestehende Mauerwerk ist örtlich stark verfallen und vermittelt nach Auswitterung des Bindemittels den Eindruck von Trockenmauerwerk. Eine Datierung in das 12. Jh. erscheint denkbar, doch könnten sich die Bauphasen bis in das 13. Jh. erstreckt haben. Pongratz/Seebach berichten von einer angeblich zur Burg gehörenden Brunnenstube, die in ca. 800 m Entfernung südwestl. von Ottenberg in gleicher Höhe liegen soll. Nach Floßmann sind an der genannten Stelle, auf der Flur „Brunnwiesen" bzw. „Waschhäusl", Reste eines Gebäudes mit 4 x 6 m Lichtweite vorhanden. Nach einem älteren Bericht sind hier „... alte, verfallene Wege ..." festzustellen. In diesem Zusammenhang fällt auf, dass auch am gesamten S- und SW-Hang des Bergkammes unter der Burgruine in mehreren Ebenen durch Spitzkehren verbundene Altwegtressen zu sehen sind. Nach einer Mitteilung von Steingruber soll sich 400 m nordöstl. der Anlage mglw. eine weitere Burgstelle befinden, die ein Vorwerk oder eine Vorgängeranlage gewesen sein könnte. Als Standort wird eine exponierte Felskuppe genannt, die nur an der nordöstl. Bergseite von einer seichten Wall-Graben-Anlage gesichert sein soll. Bei einer Begehung des gesamten Kammes stellte sich heraus, dass er zwar mehrere entsprechende Anhöhen, jedoch keine darüber hinaus gehende Geländebefunde aufweist.
Text G.R.
Erhaltungszustand/Begehbarkeit Stark verfallene Burgruine, frei zugänglich.
Literatur
  • Georg Binder, Die Niederösterreichischen Burgen und Schlösser (2 Bde.). Wien–Leipzig 1925 II, 14
  • Gerhard Reichhalter, Karin und Thomas Kühtreiber, Burgen Waldviertel Wachau. St. Pölten 2001, 315
  • Falko Daim, Karin und Thomas Kühtreiber (Hg.), Burgen Waldviertel - Wachau - Mährisches Thayatal. Wien 2009, 431 f.
  • Gerhard Floßmann, Der Bezirk Melk – Herzstück Niederösterreichs. Band II einer Bezirkskunde. Melk 1994, 334
  • Walter Pongratz, Gerhard Seebach, Burgen und Schlösser Ysper – Pöggstall – Weiten. Niederösterreichs Burgen und Schlösser III/2 (Birken-Reihe), Wien 1972, 47 f.
  • Hermann Schwammenhöfer, Archäologische Denkmale IV. Viertel ober dem Manhartsberg. Wien o. J. (1988), Nr. 51
  • Johannes Waldherr, Verschwundene Burgen und Herrenhäuser sowie vergessene Kulturbringer des Waldviertels. Ungedrucktes Manuskript. o. O., o. J., 92
Hausegg. Gebäudereste im NO (1992) - © Leopold Mayböck
Hausegg. Gebäudereste im NO (1992)
© Leopold Mayböck
Hausegg. Ansicht des Kernwerks von N (1992) - © Leopold Mayböck
Hausegg. Ansicht des Kernwerks von N (1992)
© Leopold Mayböck
Hausegg. Mauerwerk im N des Kernwerks (1992) - © Leopold Mayböck
Hausegg. Mauerwerk im N des Kernwerks (1992)
© Leopold Mayböck
Hausegg. Bauphasenplan (2006) - © Grundlage und Baualter: Gerhard Reichhalter; Digitalisierung: Patrick Schicht
Hausegg. Bauphasenplan (2006)
© Grundlage und Baualter: Gerhard Reichhalter; Digitalisierung: Patrick Schicht