Bitte aktivieren Sie Javascript! Andernfalls kann es sein, dass Inhalte der Website nicht richtig angezeigt werden.

Hauptburgenname Neukirchen
ID 2130
Objekt nicht mehr erhaltene Wehranlage|Adelssitz|Burgstelle
KG Neukirchen
OG/MG/SG Brunn an der Wild
VB Horn
BMN34 rechts 692981
BMN34 hoch 394410
UTM 33N rechts 541067.98
UTM 33N hoch 5392602.66
Link auf NÖ-Atlas Lage auf Karte im NÖ-Atlas ...
Geschichte Der Ort wird 1076 urk. erwähnt. In der 2. H. d. 11. Jhs. gelangt der Besitz an die Gfn. v. Poigen, in der 1. H. d. 12. Jhs. an die Gfn. v. Hohenburg-Wildberg. 1156/71 wird ein „Engelbert von Niwenchirch“ urk. erwähnt. Die Niederadeligen in Neukirchen gehörten im 12. Jh. zum rittermäßigen Gefolge des Erkenbert von Gars.
Text G.R., K.Ki.
Lage/Baubeschreibung Laut Schwammenhöfer liegt die heutige, etwas erhöht im Ortszentrum situierte Pfk. Hl. Martin im Bereich „eines ehemals befestigten Adelssitzes", von dem noch Reste der Wallbefestigung erkennbar wären. Durch die den Friedhof umgebende Bebauung sind dementsprechende Hinweise heute kaum mehr zu gewinnen. Die Kirche selbst geht nach Dehio in Teilen auf das 13. Jh. zurück, lässt jedoch durch die stark vereinheitlichende, unvorteilhafte Renovierung keine tiefgehenden Befunde zu. Im Läuthaus des Chorturmes sind 4-teilige Spitzbogenarkaden erhalten, deren Mittelöffnungen von einer Säule gekuppelt werden, jedoch 1904 tlw. erneuert wurden. Kirche und umgebender Friedhof werden von einer weitgehend regelmäßigen, niedrigen Mauer umschlossen, die streckenweise rezent erneuert ist, in den älteren Teilen jedoch eine Mehrphasigkeit besitzt und die als bemerkenswertesten Hinweis auf örtliche hma. Besiedlung mehrfach Einschübe von „Opus Spicatum" zeigt. Die Basisbereiche lassen noch tlw. lagerhafte, plattige Strukturen erkennen, die erst oberhalb der Fischgrätverbände zu regellosem Bruchsteinmauerwerk wechseln und eine weitgespannte Datierung im 12. Jh. nahe legen. Im W zeigt der Mauerzug, bevor er gegen S durch die polygonal einziehende, rezente Verbauung gestört wird, innerhalb lagerhafter, quaderartiger Strukturen eine vermauerte Lichtscharte, die zu einem westl. außerhalb des Kirchhofes situiertem, großteils abgekommenen Gebäude zu rechnen ist. Mglw. wäre hier, wo auf einem benachbarten, unzugänglichen Grundstück weitere, ruinöse Gebäudereste liegen, der Standort des Sitzes zu vermuten. Ähnlich wie im benachbarten Strögen ist auch hier mit einem frühen Siedlungs- und Herrschaftsaufschluss hochadeliger Grundherren zu rechnen, der mglw. bereits frühzeitig mit einem speziell ummauerten Kirchenareal versehen war.
Text G.R.
Erhaltungszustand/Begehbarkeit abgekommen
Literatur
  • Georg Binder, Die Niederösterreichischen Burgen und Schlösser (2 Bde.). Wien–Leipzig 1925 II, 74
  • Gerhard Reichhalter, Karin und Thomas Kühtreiber, Burgen Waldviertel Wachau. St. Pölten 2001, 71
  • Falko Daim, Karin und Thomas Kühtreiber (Hg.), Burgen Waldviertel - Wachau - Mährisches Thayatal. Wien 2009, 80 f.
  • Dehio Niederösterreich, nördlich der Donau (hg. v. Bundesdenkmalamt). Wien 1990, 775 ff.
  • Hermann Schwammenhöfer, Archäologische Denkmale IV. Viertel ober dem Manhartsberg. Wien o. J. (1988), Nr. 18
  • Max Weltin, Zur Entstehung der niederösterreichischen Landgerichte. In: Folker Reichert, Winfried Stelzer (Hg.), Das Land und sein Recht. Ausgewählte Beiträge zur Verfassungsgeschichte Österreichs im Mittelalter. Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung Ergänzungsbd. 49, Wien 2006, 24–59, 38