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Hauptburgenname Rastbach
ID 2197
weitere Burgennamen Rasbach
Objekt Schloss
Adresse 3542 Rastbach 1
KG Rastbach
OG/MG/SG Gföhl
VB Krems-Region
BMN34 rechts 683205
BMN34 hoch 376509
UTM 33N rechts 531610.08
UTM 33N hoch 5374541.6
Link auf NÖ-Atlas Lage auf Karte im NÖ-Atlas ...
Zufahrt PKW: 4 km westl. von Gföhl von der B 37 zum weithin sichtbaren, um den Burghügel gelagerten Ort abzweigen und bis zum Fuß der Pfk. fahren, wo eingeschränkt Parkmöglichkeiten vorhanden sind. RAD: Bei Neubau, ca. 9 km nordwestl. von Gföhl, vom „Kuenringerweg“ abzweigen und über das normale Straßennetz (ca. 4 km) nach Rastbach fahren.
Geschichte Ein 1161 genannter Rupert v. „Raspach“ ist nach Kupfer nicht auf Rastbach (vgl. HONB), sondern auf Großrußbach zu beziehen. 1193 erscheint urk. erstmals „Hartwich de Resperch“, 1249 ein Wernhard „de Raspach“. Nachfolger der Rastbacher sind die Hrn. v. Lichtenegg, die 1256 Ansprüche auf die Kapelle erheben. 1320 wird die Kapelle unter Otto v. Lichtenegg zur Pfk. erhoben. 1446 geben die Hohenberger den Besitz mit kaisl. Zustimmung an die Starhemberger weiter. 1449 kauft Tobias (d. Ä. oder d. J.?) v. Ror (gest. 1476, Wappengrabplatte in der Pfk. Rastbach) die Hft. Rastbach von Albrecht v. Jeispitz an. Schon 1461 und noch 1494 ist Albrecht v. Ror Inhaber (s. StiA Herzogenburg, D. Nr. 291 und 348). 1516 gelangt Rastbach an die Hrn. v. Ludmannsdorf. 1526 kauft Gregor Rauber, Pfandinhaber von Krumau, das freieigene Schloss Rastbach mit Zubehör von Karl v. Ludmannsdorf an. 1535 benennt sich ein Hans Wolf nach Rastbach zu. In der 2. H. d. 16. Jhs. erscheint Wolfgang v. Sonderndorf als Eigentümer, kurze Zeit später Jakob v. Greiß. 1594 verkaufen die Brüder Rudolf, (Hans) Sigmund und Christoph Greiß v. Wald an Maximilian (II.) v. Polheim (gest. 1616, ehem. Totenschild in der Pfk. Ottenschlag). Dieser hält sich offenbar häufig in Rastbach auf und lässt nach 1600 neben der abgekommenen Burg einen Schlossbau errichten, der 1619 und 1645 zerstört, aber wieder aufgebaut wird. Die Gerhaben des Sohnes Karl verkaufen Rastbach samt dem als Zubehör genannten „Wey(e)rhof“ (s. Neubau) vor 1626 um über 26.000 fl an Elisabeth v. Kainach, geb. v. Zelking. Vorübergehend im Besitz der Puchheim, ist das Schloss ab 1652 im Besitz der Teufel, danach der Herberstein. 1805 gelangt der Besitz an Franz Ritter v. Heintl, 1840 an die Frhn. v. Ehrenfels. Heutiger Eigentümer ist Rolf Peter Ehrenfels.
Text A.H.Z., G.R., T.K.
Lage/Baubeschreibung Die weithin sichtbare Gebäudegruppe von Schloss und Pfk. liegt auf dem Plateau einer isolierten, 615 m hohen Bergkuppe, um die sich östl. das Dorf gruppiert. Die zahlreichen Terrassen der Kuppe zeigen die wiederholte Aufbereitung und Eingliederung des Geländes im Zuge der Besiedlung. Den nordwestl. Bereich nützt die heutige Schlossanlage, die auf einen völligen Neubau der Zeit nach 1600 zurückgeht. Der 2-gesch. 3-Flügel-Bau zeigt nur geringen architektonischen Schmuck, neben zeittypischen, steinernen Fensterrahmungen, aufgeputzten Ortsteinquadern und unter dem Kranzgesims laufenden Ochsenaugen ist das grob rustizierte Fahr- und Nebentor an der NO-Front zu nennen. Die im Hof gelegene Brunnenfassung zeigt neben dem Polheimer Wappen die Initialen des Bauherren Maximilian (II.) von Polheim und die Jahreszahl „1610“. Verm. führten die wiederholten Zerstörungen oder Beschädigungen von 1619 und 1645 zu stark vereinfachten, reduzierenden Wiederherstellungen. Kleinere Umbauten fallen in das 19. Jh. Die mehrfach leicht polygonal abgewinkelten Fronten lassen mglw. eine Verwendung (spät-)ma. Bau- oder Beringteile vermuten. Aus der fast fensterlosen, siedlungszugewandten SO-Front tritt die Pfk. St. Pankraz hervor. Das Langhaus des heute völlig verunklärend restaurierten Baues stammt laut Dehio aus dem späten 16./frühen 17. Jh., tlw. aus dem 18. Jh., ist also im Zuge von Baufortschritten des Schlosses entstanden. Den östl. Abschluss des stark nach SO verschwenkten Baues bildet ein aus dem 14. Jh. stammender, rechteckig schließender Chor, der verm. an einen älteren Turm an der NO-Seite gestellt ist. Mit einer östl. vortretenden Halbrundapsis und spitzbogigen Biforen im Läuthaus gehört der Turm mglw. einem Vorgängerbau des 12./13. Jhs. an. Die Kirche sitzt auf einer ummauerten Terrasse, die vielleicht einem älteren, sma. Bering folgt, aber durch partiell sichtbare, lagerhafte Strukturen auch auf einen hma. Beringabschnitt zurückgehen kann. Ein Schließen des 3-flügeligen Schlossbaues wurde offenbar durch eine im SW eingegliederte Felskuppe verhindert, die im SO und SW Mauerspuren bzw. Reste eines hma. Berings zeigt. Anhand eines kleinen Abschnittes mit erhaltener Mauerschale ist die quaderhafte, lagige Mauerstruktur zu erkennen, die mglw. auf den E. d. 12. Jhs. urk. fassbaren Burgbau zurückgeht. Die Abbildung Vischers von 1672 zeigt einen weitgehend schmucklosen Bau, der jedoch von starken Bastionäranlagen, teils gemauert, teils aus Erde geschüttet, umgeben ist. Reste dieser mglw. gegen Artilleriebeschuss zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges geschaffenen Anlagen sind anhand von Terrassen im N, S und SO nachweisbar. Bedeutende Mauerreste der bei Vischer als Massivbau dargestellten, zugangssichernden SO-Bastion sind noch heute erhalten.
Text G.R., A.H.Z.
Erhaltungszustand/Begehbarkeit Privat bewohnte Schlossanlage. Bis auf den öffentlichen Kirchenbereich nicht zugänglich.
Touristische Infrastruktur Abgesehen vom öffentlichen Kirchenbereich ist der Zutritt nicht gestattet, wodurch sich nur wenige Blicke auf den nüchtern wirkenden Schlossbau ergeben.
Gasthäuser GH Zeillinger in Lichtenau, GH Fischelmayer in Niedergrünbach, GH Schindler in Brunn am Walde.
Literatur
  • Georg Binder, Die Niederösterreichischen Burgen und Schlösser (2 Bde.). Wien–Leipzig 1925 II, 19
  • Bertrand Michael Buchmann, Brigitte Fassbinder, Burgen und Schlösser zwischen Gföhl, Ottenstein und Grafenegg. Burgen und Schlösser in Niederösterreich 17 (Birken-Reihe), St. Pölten–Wien 1990, 17 f.
  • Gerhard Reichhalter, Karin und Thomas Kühtreiber, Burgen Waldviertel Wachau. St. Pölten 2001, 129 f.
  • Falko Daim, Karin und Thomas Kühtreiber (Hg.), Burgen Waldviertel - Wachau - Mährisches Thayatal. Wien 2009, 165 ff.
  • Georg Clam-Martinic, Österreichisches Burgenlexikon. Linz ²1992, 176
  • Dehio Niederösterreich, nördlich der Donau (hg. v. Bundesdenkmalamt). Wien 1990, 944 f.
  • Franz Eppel, Das Waldviertel. Österreichische Kunstmonographie I. Salzburg (7. Auflage) 1978, 190
  • Fundberichte aus Österreich (hg. v. Bundesdenkmalamt). Wien 1930 ff. 24–25/1985/86, 346
  • Erwin Kupfer, Streiflichter der niederösterreichischen Landesgeschichte – Kommentare zu Urkunden aus dem Niederösterreichischen Landesarchiv. In: Das Waldviertel (in Druck)
  • Hans Tietze, Die Denkmale des politischen Bezirkes Krems. Österreichische Kunsttopographie I, Wien 1907, 346
  • Karl Schwarz, Heimatbuch Rastbach (hg. v. Walter Enzinger). Gföhl 1998, 12 ff., 90 ff., 112 ff., 331 ff.
  • Georg Matthäus Vischer, Topographia Archiducatus Austriae Inferioris Modernae 1672. Reprint Graz 1976 V.O.M.B., Nr. 92
  • Andreas Hermenegild Zajic, Aeternae Memoriae Sacrum. Waldviertler Grabdenkmäler des späten Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Ein Auswahlkatalog. Ungedruckte Staatsprüfungsarbeit am Institut für Österreichische Geschichtsforschung. Wien 2001, Kat.Nr. 49 u. Reg. 155, 166
  • Andreas Zajic, Die Inschriften des Politischen Bezirks Krems, gesammelt unter Benützung älterer Vorarbeiten und bearbeitet von Andreas Zajic. Die Deutschen Inschriften 72, Wiener Reihe Bd. 3: Die Inschriften des Bundeslandes Niederösterreich, Teil 3, Wien 2008, Kat.Nr. 84, 177, 392
Rastbach. Stich von G. M. Vischer (1672) - © Digitalisierung: Thomas Kühtreiber
Rastbach. Stich von G. M. Vischer (1672)
© Digitalisierung: Thomas Kühtreiber
Rastbach. Ansicht der Burgkapelle (1999) - © Gerhard Reichhalter
Rastbach. Ansicht der Burgkapelle (1999)
© Gerhard Reichhalter