Hauptburgenname
Rodingersdorf
ID
2218
Objekt
nicht mehr erhaltene Wehranlage|Adelssitz|Burgstelle
KG
Rodingersdorf
OG/MG/SG
Sigmundsherberg
VB
Horn
BMN34 rechts
705120
BMN34 hoch
394385
UTM 33N rechts
553200.6
UTM 33N hoch
5392789.76
Link auf NÖ-Atlas
Lage auf Karte im NÖ-Atlas ...
Geschichte
1140 wird ein Ruprecht v. Rodingersdorf genannt, weitere Angehörige dieser Fam. sind im 12. und 13. Jh. urk. belegt. 1645 soll die Anlage von den Schweden zerstört worden sein.
Text
G.R.
Lage/Baubeschreibung
Rodingersdorf liegt 1,8 km westl. von Sigmundsherberg. Die ehem. Burg soll im Bereich der Kirche, im S des Ortsangers, unmittelbar an der Ortsdurchfahrt gestanden sein. Kafka weist auf das Gehöft im W des Kirchhofes, dessen zugehörige Grundstücke nach dem Franziszeischen Kataster von 1823 die mehrfache Größe der umliegenden Parzellen hatten. Ältere Forscher meinten noch Mauerwerk der ehem. Burg bei der Kirche zu sehen. Die heutige, von Friedhof und niederer Mauer umgebene Kirche lässt anhand der umgebenden Topographie keine Reste der ehem. Burganlage erkennen. Die heutige Filk. Hl. Laurenz ist eine im Kern rom. Chorquadratkirche mit jüngeren südl. Zubauten. 1724/27 erfolgte eine umfassende Barockisierung. 1961/62 konnten rom. Architekturteile, ein Fenster in der S-Mauer und ein – mglw. sekundäres – N-Portal aus der M. d. 13. Jhs. freigelegt werden. Im Dachboden weisen die verhältnismäßig starken Bruchsteinmauern Reste von vermauerten, allseitig angeordneten Lichtscharten auf, die mglw. ein einstiges profanes Obergeschoß rekonstruieren lassen. Die Mauerstärke des Chores lässt den ehem. Bestand eines Chorturmes möglich erscheinen. Ob die auf 2 Pfeilern ruhende W-Empore, auf deren Gurtbögen der aus Ziegeln errichtete, barocke W-Turm sitzt, auf eine rom. Konstruktion zurückgeht, ist aus dem gegenwärtigen Zustand nicht mehr zu erschließen. Ein kleines, trichterförmig ausgebildetes Fensterchen in der N-Mauer könnte durch seine Lage auf eine ehem. Emporenbelichtung deuten. Die Existenz einer W-Empore liefert Hinweise auf ein hftl. Umfeld, bzw. auf eine Stellung als Burg- oder Herrschaftskirche. In der Volksmeinung war der im W gelegene, modern umgebaute Bauernhof urspr. ein Kloster. Im S des Kirchhofes sichtbare Geländemerkmale könnten m. V. von einer ehem. Wall-Graben-Anlage herrühren.
Text
G.R.
Erhaltungszustand/Begehbarkeit
Burg abgekommen. Kirchhofbereich frei zugänglich.
Literatur
- Georg Binder, Die Niederösterreichischen Burgen und Schlösser (2 Bde.). Wien–Leipzig 1925 II, 56
- Gerhard Reichhalter, Karin und Thomas Kühtreiber, Burgen Waldviertel Wachau. St. Pölten 2001, 355 f.
- Falko Daim, Karin und Thomas Kühtreiber (Hg.), Burgen Waldviertel - Wachau - Mährisches Thayatal. Wien 2009, 487 f.
- Dehio Niederösterreich, nördlich der Donau (hg. v. Bundesdenkmalamt). Wien 1990, 982 ff.
- Karl Kafka, Wehrkirchen Niederösterreichs II. Wien (Birkenverlag) 1970, 45 f.
- Hans Tietze, Die Denkmale des politischen Bezirkes Horn. Österreichische Kunsttopographie V, Wien 1911, 464 f.
- Johannes Waldherr, Verschwundene Burgen und Herrenhäuser sowie vergessene Kulturbringer des Waldviertels. Ungedrucktes Manuskript. o. O., o. J., 217