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Hauptburgenname Zaingrub
ID 2382
Objekt Ansitz|Turmhof|Dorfturm
Adresse 3580 Zaingrub 28
KG Zaingrub
OG/MG/SG Rosenburg-Mold
VB Horn
BMN34 rechts 702736
BMN34 hoch 387664
UTM 33N rechts 550935.28
UTM 33N hoch 5386030.82
Link auf NÖ-Atlas Lage auf Karte im NÖ-Atlas ...
Geschichte Die Siedlung erscheint mglw. bereits 1120 als „Sanikov", anlässlich einer Schenkung Gebhards v. Poigen an das Kloster Göttweig. 1205–1369 ist das Geschlecht der Zaingruber (Zvencra, Zuncra) urk. nachweisbar. Die Maissauer belehnen um 1400 Niklas Drockendorfer und Leonhard Stoitzendorfer mit je einem V. des „Hauses Zengra soweit es mit Graben umfangen“. 1424 kommt der Besitz an die Stoitzendorfer, in der Folge gelangt die ldfl. „Feste Zaingruck“ an Wolfgang Reuter, später an Ulrich v. Schaunberg. Um 1434 wird das „Haus zu Czaintgrub“ im Lehenbuch Hzg. Albrechts V. genannt. 1446 folgt hier Ulrich Eitzinger. 1447 wird ein ehem. Teich erwähnt, dessen Grundwasser Schäden am Bau verursachte, worüber 1450 anlässlich der Schadensregulierung berichtet wird. 1534 kommen die Puchheimer in den Besitz, als Folge der Übernahme durch die Hft. Horn wird der Sitz aufgelassen. 1548 wird der Bau bereits als öde bezeichnet. In den 20er-Jahren d. 20. Jhs. erscheint als Eigentümer die Fam. Wagner, heute die Fam. Fuchs.
Text G.R., K.Ki.
Lage/Baubeschreibung Zaingrub liegt 3,3 km östl. von Rosenburg zu beiden Seiten des Zaingrubbaches. Der ehem. Sitz liegt am östl. Ortsausgang, unmittelbar südl. der nach Mold führenden Straße. Bedeutende Bauteile sind im bewohnten Anwesen Zaingrub Nr. 28 erhalten. Sie bilden den durchschnittlich 1,30 m starken, östl. Bering der Anlage, von dem noch Teile der nördl. und südl. Mauern gegen den bewohnten westl. Bereich des Anwesens ablaufen. Die Fronten sind etwas schiefwinkelig verzahnt, die spitze NO-Ecke ist durch eine breite Abschrägung mit tlw. erhaltener bzw. ausgebildeter Eckquaderung ersetzt. Die gesamte O-Front war mit einem längsrechteckigen, randständigen Gebäude bebaut, das verm. als ehem. Wohnbau rekonstruierbar ist. Teile des Baues sind durch die rezente Überformung bereits abgekommen, doch ist eine primäre Unterteilung mit 2 schwächeren Quermauern feststellbar, die im N einen tonnengewölbten Kellerraum ausbildet. Div. Tür- und Fensteröffnungen sind noch dem Mittelalter zuzuweisen, so 2 bemerkenswerte getrichterte Fensteröffnungen mit Werksteinrahmung im Obergeschoß des nördl. Teiles. Da kein darüber hinaus aufgehendes Mauerwerk vorhanden ist, könnte es sich um Zinnenöffnungen handeln. Die Eigentümer verwahren 2 spätgot. Spolien mit Maßwerkdekor, die einen ehem. Sakralbau vermuten lassen. Das wiederholt ausgebesserte Mauerwerk zeigt anhand primärer Flächen sma. Zwickelmauerwerk, das zumindest in die Zeit um 1400 weisen könnte und in der südöstl. Basiszone Hinweise auf den urk. nachweisbaren Schaden zeigt. Eine deutliche Einsenkung im Garten kann als Rest des sonst verebneten, ehem. umlaufenden Grabens gesehen werden. Der ehem., heute trockengelegte Teich im S der Anlage konnte 1987 archäologisch nachgewiesen werden. Weiterer Altbestand ist auch in den neu adaptierten westl. Teilen des Hofes vorhanden, jedoch vollständig einbezogen und verputzt. Die Eigentümer zeigen Interesse und Bewusstsein für den wirtschaftlich genutzten Altbestand und wollen ihn auch zukünftig bewahren. Südl. der Ortschaft schließt die Flur „Breitl“ an, die wohl den ehem. Dominikalgrund der Hft. namentlich überliefert. Zu dieser gehörte auch ein östl. anschließender, in der Bachniederung gelegener Teich.
Text G.R., T.K.
Erhaltungszustand/Begehbarkeit In privatem Anwesen integrierte Bauteile eines mittelalterlichen Sitzes. Nicht öffentlich zugänglich.
Literatur
  • Georg Binder, Die Niederösterreichischen Burgen und Schlösser (2 Bde.). Wien–Leipzig 1925 II, 65
  • Gerhard Reichhalter, Karin und Thomas Kühtreiber, Burgen Waldviertel Wachau. St. Pölten 2001, 328 f.
  • Falko Daim, Karin und Thomas Kühtreiber (Hg.), Burgen Waldviertel - Wachau - Mährisches Thayatal. Wien 2009, 447
  • Fundberichte aus Österreich (hg. v. Bundesdenkmalamt). Wien 1930 ff. 21/1982, 297
  • Fundberichte aus Österreich (hg. v. Bundesdenkmalamt). Wien 1930 ff. 22/1983, 303 f.
  • Fundberichte aus Österreich (hg. v. Bundesdenkmalamt). Wien 1930 ff. 23/1984, 305 f.
  • Fundberichte aus Österreich (hg. v. Bundesdenkmalamt). Wien 1930 ff. 24–25/1985–86, 305
  • Fundberichte aus Österreich (hg. v. Bundesdenkmalamt). Wien 1930 ff. 20/1981, 522
  • Benedikt Wagner, Poigen, der alte Name von Altenburg. In: Fundort Kloster. Archäologie im Klösterreich. Fundber. Österr. Materialheft A 8, Wien 2000, 37–47, 42
  • Johannes Waldherr, Verschwundene Burgen und Herrenhäuser sowie vergessene Kulturbringer des Waldviertels. Ungedrucktes Manuskript. o. O., o. J., 282
Zaingrub. Ansicht des Sitzes (1999) - © Gerhard Reichhalter
Zaingrub. Ansicht des Sitzes (1999)
© Gerhard Reichhalter