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Hauptburgenname Pellendorf
ID 955
Objekt Schloss
Adresse A-2191 Pellendorf, Am Schloßberg 1
KG Pellendorf
OG/MG/SG Gaweinstal
VB Mistelbach
BMN34 rechts 766422
BMN34 hoch 372219
UTM 33N rechts 0
UTM 33N hoch 0
Link auf NÖ-Atlas Lage auf Karte im NÖ-Atlas ...
Zufahrt PKW: In Gaweinstal von der B 7 (E 7) Richtung Pellendorf abzweigen. Nach ca. 2 km an der nach Mistelbach führenden Straße in die Ortszufahrt Pellendorf abbiegen und an der Schlossauffahrt parken. Wenige Min. Fußweg. RAD: Zwischen dem "Buschbergweg" bei Mistelbach und dem "Bernsteinweg" bei Hohenruppersdorf führt ein Netz verbindender Radwege nahe Gaweinstal an Pellendorf vorbei. Hier w. o. beschrieben in die Ortszufahrt abbiegen und bis zur Schlossauffahrt weiterfahren.
Geschichte 1257 erscheint urk. "Vlricus" und 1260 "Vlricus, Rudolfus de Pellendorf". Weitere Mitglieder dieser Adelsfamilie sind 1282 und 1316 nachweisbar. 1339 wird vom "haus zu Pellendorf" berichtet. Der letzte Pellendorfer ist der 1494 genannte Hans. 1474 wird als "Mehrheits"-Eigentümer das Wiener Schottenkloster angeführt. Dieses verkauft die Burg an die Liechtenstein. 1534 übernimmt Wenzel v. Ratzendorf, 1564 die Enenkel, 1590 David v. Tiefenbach den Besitz. 1599 gelangt der Besitz an die Herberstein, 1704 an die Trautson, 1716 wieder an die Herberstein, 1720 an die Gfn. Goess, 1727 an die Gfn. Daun und 1752 an die Gfn. Khevenhüller. 1939/44 ist das Schloss als Flüchtlingslager in Verwendung, Schäden der einhergehenden Vernachlässigung werden 1979/80 beseitigt. Heute ist das Schloss im Besitz der Fam. Khevenhüller-Metsch.
Text G.R., T.K., K.Kü.
Lage/Baubeschreibung Das Schloss, vermutlich standortgleicher Nachfolgebau der abgekommenen mittelalterlichen Burg, liegt ca. 2,6 km westnordwestl. von Gaweinstal am nördl. Ortsrand von Pellendorf. Die Anlage liegt in mäßiger, von der Siedlung abgesetzter Höhenlage, benachbart zur östl. situierten Pfarrkirche. Das heutige Schloss ist eine 3-flügelige Anlage, deren 2- bzw. 3-gesch. Trakte einen nach Abbruch des N-Traktes nun offenen Hof umgeben. Der Bau stammt zumindest weitgehend aus dem 17. Jh., Vischer zeichnet 1672 einen bereits übereinstimmenden, relativ schmucklosen Bau, der von verschiedenen Gebäuden wirtschaftlicher Funktion umgeben ist. Im 18. und 19. Jh. erfolgten Veränderungen. Die beiden westl. Eckrisalite entstammen der Bauzeit und sind bereits auf der Ansicht Vischers zu sehen, der südöstl. wurde erst 1915 ergänzend hinzugefügt. Die Fassadendekoration des 17. Jhs. ist überaus nüchtern und besteht aus einem Kordongesims, Ortsteindekor und den einfachen Profilierungen der Fenster. Der Bau ist heute in Wohneinheiten geteilt und entsprechend adaptiert. Östl. gegenüber liegt ein 2-gesch. Kastenbau des 17. Jhs. Die benachbarte Pfarrkirche ist ein Neubau von 1780. Mittelalterliche Vorgängerbauten von Schloss und Kirche konnten bislang nicht nachgewiesen werden.
Text G.R., T.K., K.Kü.
Erhaltungszustand/Begehbarkeit Bewohnte Schlossanlage. Keine Innenbesichtigung möglich.
Touristische Infrastruktur Parkmöglichkeiten an der Schlossauffahrt. Das Schloss ist heute von Mietparteien bewohnt und kann nur von außen besichtigt werden.
Gasthäuser GH Frank in Pellendorf, GH Klapka in Gaweinstal, GH Pleininger in Höbersbrunn.
Literatur
  • Georg Binder, Die Niederösterreichischen Burgen und Schlösser (2 Bde.). Wien–Leipzig 1925 II, 131
  • Gerhard Reichhalter, Karin Kühtreiber, Thomas Kühtreiber (mit Beiträgen von Günter Marian, Roman Zehetmayer), Burgen Weinviertel (hg. v. Falko Daim). Wien 2005, 121
  • Rudolf Büttner, Renate Madritsch, Burgen und Schlösser vom Bisamberg bis Laa/Thaya. Burgen und Schlösser in Niederösterreich 14 (Birken-Reihe), St. Pölten–Wien 1987, 127 ff.
  • Georg Clam-Martinic, Österreichisches Burgenlexikon. Linz ²1992, 168
  • Dehio Niederösterreich, nördlich der Donau (hg. v. Bundesdenkmalamt). Wien 1990, 861 f.
  • Heinrich Weigl, Historisches Ortsnamenbuch von Niederösterreich (Reihe A), Band I–VII, Wien 1964–1975. – Fritz Eheim, Max Weltin, Historisches Ortsnamenbuch von Niederösterreich (Reihe A). Ergänzungen und Berichtigungen, Band VIII, Wien 1981 I, B 91
  • Manfred Jasser et al, Schlösser und Burgen im Weinviertel. Schriftenreihe Das Weinviertel 3 (hg. v. Kulturbund Weinviertel), Mistelbach 1979, 106
  • Johannes-Wolfgang Neugebauer, Wehranlagen, Wallburgen, Herrensitze sowie sonstige Befestigungen und Grabhügel der Urzeit, des Mittelalters und der beginnenden Neuzeit im pol. Bezirk Mistelbach. Veröffentlichungen der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft für Ur- und Frühgeschichte XI–XII, Wien 1979, Nr. 44
  • Georg Matthäus Vischer, Topographia Archiducatus Austriae Inferioris Modernae 1672. Reprint Graz 1976 V.U.M.B., Nr. 64
Pellendorf. Das Schloss nach Vischer  (1672) - © Georg Matthäus Vischer
Pellendorf. Das Schloss nach Vischer (1672)
© Georg Matthäus Vischer